Abb.: Richtig – kein Schmuck oder Nagellack, Fingernägel schließen mit der Fingerkuppe ab
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Händehygiene
Ein Handschlag zur Begrüßung, das Öffnen einer Tür, der Griff zum Schein im Portemonnaie – wir verbreiten täglich vollkommen selbstverständlich Keime und setzen uns ihnen aus. Allein auf unseren Händen befinden sich ca. 10 Millionen potentiell pathogene Mikroorganismen – eine beeindruckende Zahl, die die Hand zu einem bedeutenden Risikofaktor macht.
Neben der normalen Hautflora finden sich auch multiresistente Keime, wie z. B. Staphylococcus aureus und Staphylococcus pseudointermedius, Pseudomonaden, Enterobacteriaceae auf den Händen des tiermedizinischen Personals.1
Entsprechend stellt die Händehygiene jede Tierarztpraxis, jede Tierklinik, und jede andere veterinärmedizinische Einrichtung vor große Herausforderungen – und bietet gleichzeitig ein enormes Verbesserungspotenzial für das Hygienemanagement. Durch eine gezielte Verbesserung der Händehygiene kann eine signifikante Reduktion von Krankenhaus-assoziierten bzw. nosokomialen Infektionen (HAI/NI) um 40 % erreicht werden.2,3
Die Händehygiene-Compliance (Händehygiene erfolgt entsprechend der „5 Momente der Händehygiene“) in der Tiermedizin liegt mit 14 – 36 %4 ,5 weit unter dem Durchschnittswert der Humanmedizin. Daher lässt sich vermuten, dass hier von einem noch größeren Potential zur Verringerung von nosokomialen Infektionen ausgegangen werden kann. Auch die durchschnittliche Kontaktzeit ist häufig bei der chirurgischen, wie auch bei der hygienischen Händedesinfektion zu kurz. 4, 5
Das bedeutet, dass die Handhygiene eine der wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung von nosokomialen Infektionen (HAI/NI)6 ist. Sie sollte daher im täglichen Alltag ein fester Bestandteil in der tierärztlichen Praxis und Klinik sein.
Diese Punkte zeigen uns, dass das Leben zuweilen tatsächlich in unseren Händen liegt. Wir wollen veterinärmedizinische Einrichtungen darin unterstützen, dieses Präventionspotenzial zu nutzen. Ziel ist hierbei auch, an der Compliance des Personals hinsichtlich der Händehygiene zu arbeiten.
Die Hände stellen für das Personal die wichtigsten Werkzeuge in der Tierarztpraxis und Tierklinik dar. Gerade deswegen sind sie allerdings auch der häufigste Weg für die Übertragung von nosokomialen Infektionen. Einen effektiven und einfachen Schutz gegen nosokomiale Infektionen bietet hier die korrekt durchgeführte Händedesinfektion. Alle notwendigen Schritte finden Sie in unserer Step-by-Step Anleitung zur hygienischen Händedesinfektion im Detail beschrieben.
Im Falle einer möglichen Kontamination mit Viren muss sichergestellt sein, dass das zu verwendende Produkt ein breites Wirkungsspektrum hat und gegen die entsprechenden Viren wirksam ist.
Abb.: Richtig – kein Schmuck oder Nagellack, Fingernägel schließen mit der Fingerkuppe ab
Abb.: Falsch – Schmuck und künstliche Fingernägel, Fingernägel ragen über die Fingerkuppe
Um eine umfassende Händehygiene gewährleisten zu können, sind entsprechende Spender in unmittelbarer Nähe verfügbar und werden regelmäßig aufbereitet und dokumentiert. Flaschen von Händedesinfektionsmittel werden ausschließlich als Einmalprodukte verwendet und mit dem Anbruchdatum versehen.
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Ob bei der Vorbereitung eines operativen Eingriffs oder währenddessen: Stets ist die Minimierung von Risiken eines der obersten Gebote aller Hygienemaßnahmen. Die korrekte Desinfektion der Hände – die des Operateurs, wie auch die von allen anderen an der Operation Beteiligten – ist unabdingbar, um eine etwaige Infizierung des Patienten während des Eingriffs zu vermeiden. Daher zielt die chirurgische Händedesinfektion auf eine weitreichende und möglichst langanhaltende Reduktion der transienten und vor allem der resistenten Hautflora ab. Alle notwendigen Schritte finden Sie in unserer Step-by-Step Anleitung zur chirurgischen Händedesinfektion im Detail beschrieben.
Ein pH-Wert um 5,5 und ein relativ niedriger Feuchtigkeitsgehalt – auf der gesunden Haut herrschen gute Wachstumsbedingungen für die überwiegend grampositive Bakterienflora. Diese Flora wird als residente Flora bezeichnet. Residente Keime zeichnen sich durch ein besonderes Haftvermögen aus. Sie besiedeln hauptsächlich die oberen Schichten der Hornschicht (Stratum corneum) sowie die oberen Anteile der Haarfollikel und der Talgdrüsenausführungsgänge. Etwa 20 % der Mikroorganismen sind noch in Schichten tiefer als 0,3 mm nachweisbar. Diese Keimflora schadet dem gesunden Menschen normalerweise nicht; allerdings stellt sie für Wunden und damit für Patienten ein Risiko dar und kann nur durch die chirurgische Händedesinfektion reduziert werden. Sie erfordert daher im Vergleich zur hygienischen Händedesinfektion eine längere Einwirkzeit, um bis in die Tiefe zu wirken.
Häufiges Reinigen der Hände entzieht der Haut die schützenden Lipide und beeinträchtigt ihre natürliche Schutzfunktion. Aus diesem Grund sollte unnötiges Händewaschen vermieden werden. Gemäß AWMF-Leitlinie „Händehygiene“ sollte eine Händewaschung durchgeführt werden:
Das Waschen der Hände erfolgt unter fließendem Wasser. Mit dem Ellenbogen wird das hautschonende Handwaschpräparat aus dem Spender entnommen. Die Hände werden eingerieben, unter fließendem Wasser abgewaschen und anschließend mit einem Einmalhandtuch sorgfältig abgetrocknet.
Häufiges Waschen und Desinfizieren, ständiger Kontakt mit verschiedenen Substanzen oder häufiges Tragen von Latexhandschuhen – die berufliche Tätigkeit und steigende Umweltbelastungen führen zu einer hohen Beanspruchung der Hände. Hautprobleme sind immer öfter die Folge. Beruflich bedingte Hauterkrankungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen und stehen in der Liste der gemeldeten Berufskrankheiten inzwischen an erster Stelle. Klar ist: Verletzungen, Ekzeme und andere Hautkrankheiten sind kein rein ästhetisches Problem. Sie haben hohe hygienische Relevanz. Deshalb gelten Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege als ein wesentlicher Teil des Arbeitsschutzes und werden in der „Allgemeinen Präventionsleitlinie Hautschutz“ der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) beschrieben.
Der Einsatz von Präparaten zum Hautschutz ist vor allem bei Feuchtarbeiten und bei besonders hautbelastenden Tätigkeiten wichtig. So wird die Widerstandsfähigkeit der Haut gestärkt. Die Berufsgenossenschaft empfiehlt, Hautschutzmittel einzusetzen:
Und wann immer möglich Flüssigpräparat aus einem Spender zu benutzen.
Um die Auswirkungen auf der Haut vom Händewaschen und -desinfizieren zu minimieren, ist es wichtig, auf eine ausreichende Hautpflege zu achten. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Mitarbeiter selbst, denen lästige Hautreizungen und -erkrankungen erspart bleiben sollen: Geschädigte Hände können nicht mehr ausreichend desinfiziert werden, da sich Keime in den geschädigten Hautarealen einnisten und so für das Desinfektionsmittel nicht mehr zugänglich sind. Bereits kleinste Risse und Mikrotraumen sind für Erreger ausreichend, das Risiko der Infektionsübertragung steigt.
Um dieses Risiko zu minimieren, sollte die Hautpflege durchgeführt werden:
Hygienische Händedesinfektion
Step-by-Step Anleitung
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Viruzidie: Wirkungsspektrum / Erreger / Krankheiten
Praktischer Tipp
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5 Momente der Händehygiene
Poster
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Chirurgische Händedesinfektion
Step-by-Step Anleitung
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Waschen der Hände
Step-by-Step Anleitung
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Aufbereitung Wandspender
Praxistipp
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